✨Frohe Weihnachten & ein gutes neues Jahr ✨

In letzter Zeit denke ich viel darüber nach, was es bedeutet Rücksicht, aufeinander zu nehmen. Wo beginnt diese Rücksicht und wo hört sie auf? Nach welchen Kriterien beurteilen wir unser eigenes Verhalten und das Verhalten unseres Gegenübers? Nach welchen Kriterien setzen wir unsere Handlungen? In vielen Diskussionen über Covid-19 habe ich miterlebt, wie sehr unterschiedliche Meinungen darüber Familien und Freundeskreise spalten, und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Fragen stellen sich mir…

Wie gehen wir als Gesellschaft mit einer unsichtbaren Bedrohung in Form dieses Virus’ in unserem Alltag um? Wie gehen wir mit den Maßnahmen um und was bedeutet es aufeinander Rücksicht zu nehmen?


Wo beginnt diese Rücksicht? Auf wen nehme ich Rücksicht? Auf meine unmittelbare Umgebung, auf meine Nachbarn, auf die Menschen in Nachbarländern, auf Menschen und Kinder in Not auf Inseln oder auf anderen Kontinenten?

Wer braucht Schutz und warum? Sind es die sogenannten Risikogruppen, sind es die Kinder, die ein Schuljahr verlieren, sind es die Menschen, die ihren Job verlieren oder diejenigen, die unter Einsamkeit und Depression leiden? Wen treffen die Maßnahmen und wen trifft das Virus? Was passiert wenn wir unser Gegenüber als Bedrohung einschätzen, wenn es keine Maske trägt oder sich nicht impfen lassen würde? Was sind die Konsequenzen derartiger Kategorisierungen und moralischen Bewertungen für uns als Gesellschaft und für uns als Individuen?


Stellen wir uns die Frage, welche Auswirkungen unsere Handlungen auf unsere Umwelt haben auch unabhängig von Covid - 19 oder davon, ob wir eine Maske tragen oder nicht?

Das Brennglas Covid

Die Einteilung in "Maske oben - ergo gehorsam und sozial", gegen "Maske unten ist gleich ungehorsam und asozial", vereinfacht viele dieser Fragen auf eine gefährliche Weise. Denn damit geht eine Beurteilung meines Gegenübers einher, ohne aber dabei die Kriterien dieser Beurteilung in Frage zu stellen und zu reflektieren. Und genau darin, in dieser Beurteilung, in diesem moralischen Bewerten und Einteilen in Gut und Böse, in Sozial und Asozial liegt eine große Gefahr, die uns immer weiter auseinandertreibt.

Rücksicht aufeinander nehmen beinhaltet mehr, als uns nach vorgegebenen Maßnahmen zu verhalten und uns nach ihrer Einhaltung zu beurteilen.

Rücksicht nehmen bedeutet sich, mit dem Anderen auseinanderzusetzen und zuzuhören. Das Miteinander hat nicht erst durch Covid begonnen, sondern war immer schon Bedingung für eine Gemeinschaft.

Inwiefern lebe ich verantwortungsbewusst vor, während und nach Covid?


Nur in einer differenzierten Diskussion über all diese Fragen sehe ich unsere Chance auf ein Miteinander, denn nicht nur der Virus sondern auch die Maßnahmen hinterlassen Spuren, die viele von uns auf unterschiedliche Weise treffen. Um diese Herausforderungen zu meistern, hilft es nicht, einander zu ver/beurteilen und sich dabei gegenseitig in bestimmte politische oder soziale Ecken zu drängen.


Das moralische Bewerten der Einhaltung der Maßnahmen verhält sich wie ein Brennglas, das viele andere Fragen im Dunkeln lässt. Wenn wir Licht in dieses Dunkel bringen, unseren Fokus erweitern, bekommt auch das Wort Rücksicht eine neue und tiefere Bedeutung, die wir mehr brauchen denn je. Empathie und Rücksicht das wäre mein Vorschlag als Maßnahme für und gegen Covid, für und gegen die Maßnahmen und deren Konsequenzen.


Ich wünsche mir, dass wir in diesem Diskurs unsere Chance erkennen und nutzen in Zeiten des Social Distancing einander wieder näherzukommen.

Ich wünsche euch allen von Herzen Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr und eine stärkende Zeit mit- und füreinander

Eure Lia


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