Portrait mathias rüegg at Porgy & Bess 7. - 9.12. 2017

December 9, 2017

 

DAY THREE

ein Bericht von mathias rüegg

 

Introduction:

Music is Music, That's it! (Duke Ellington)
Oliver Schnyder im Gespräch mit mathias rüegg


 

 

Zu Beginn präsentierten Jelena Popržan - viola & Mona Matbou Riahi - Klarinette die Uraufführung von Zwei Nymphen, sich am Strande von Obango zweiundzwanzig Liebesgeheimnisse beichtend, das ich 2011 im Auftrag von zwei braven Töchtern von Philharmonikern geschrieben hatte, die aber vor mir verlangt hatten den Titel umzuschreiben, da er ihnen zu anrüchig war. Was ich wiederum nicht getan und somit das Stück vergessen hatte bis zu dem Moment, als es im Sommer diesen Jahres bei Doblinger veröffentlicht worden ist. Jedenfalls sind die zweiundzwanzig Liebesgeheimnisse Titel von Standards wie When I Fall In Love To Easily, I Got It Bad, Temptation, Lover Come Back To Me etc. Nachdem das Original aber für Englischhorn ist und Mona Klarinette spielt, haben wir dann bei einer Probe bei mir sehr viel geändert und das Stück auf Mona mit all ihren unglaublichen Sounds zugeschnitten. Die beiden außergewöhnlichen und außergewöhnlich gestylten Damen legten ein perfekte Uraufführung hin. Wir haben viel über das Missverhältnis Klassik; 99% Vergangenes, 1% Heutiges gesprochen. Erfreulicherweise haben mir Oli und seine zwei Mitmusiker nach dem Konzert dann angeboten, eine CD mit meiner Kammermusik aufzunehmen, was mich riesig freut! Es ist schön, wenn sich klassische Topmusiker sich ihrer Verantwortung bewusst sind und auch Musik von lebenden Komponisten spielen. Wobei diejenigen gemeint sind, die Musik und nicht Geräusche oder mathematische Formeln zu Papier bringen. Wir haben auch darüber gesprochen, was einem als Pianisten live so alles passieren kann und wie man damit umgeht, und natürlich über Friedrich Gulda, Keith Jarrett und Chick Corea.

 

 

 

 

 

1st Set:

Chamber Music

Auf dieses Set habe ich mich natürlich am meisten gefreut, weil ich da „nur“ zuhören konnte und nicht selber spielen musste. Das Porgy war auch am dritten Abend super besucht, ich setzte mich gleich in die zweite Reihe um mich zurückzulehnen Mein (einziges) Klaviertrio No.1 stand als erstes auf dem Programm, dass ich 2006 im Auftrag von Paul Gulda zum Schostakowitschjahr geschrieben hatte, deswegen fängt es mit den Tönen seiner Initialen an D-Eb-C-H an. Im diesem Stück gibt es ein Multiple Choice – Verfahren, d. h. ich habe eigentlich drei Klaviertrios geschrieben, was jedem Spieler ermöglicht, von einer zur anderen Stimme zu wechseln. Deshalb klingt das Stück jedesmal anders. Das Trio meisterte die Herausforderung mit Bravour. In Just Another Lovely Song, einer Duobearbeitung meiner Vertonung von Assisis Sonnengesang für das VAO aus dem Jahr 2007, brillierte Benjamin mit seinem strahlenden Chelloklang. Dans l’Esprit de Poulenc, das ich 2014 für eine französische Poulencproduktion geschrieben hatte, konnte Oli so richtig loslegen. Klavier spielen müsste man können..:-) Das wurde dann sogar noch getoppt von Three Questions – One Answer, einem Stück für Geige und Klavier aus 2010. Was Geiger Andreas zusammen mit Oli aufgeführt hatte, machte einen beinahe sprachlos. Dann folgte das Holzbläsertrio Two Wedding Dancers Waiting for The Third One (2011) mit Thomas, Mathias und Lisa, die aus diesem Stück sehr gekonnt alle rhythmischen und dynamischen Feinheiten herausgeholten, gefolgt von Flip und Ernst, der im Duostück für uns zwei, drei,vier...(2007) vor allem im dritten Teil brillierte. Und dann nochmals die drei Schweizer mit meinem für sie geschriebenen Ragtime No Piano – No Rag, bevor Oli zusammen mit Lia als Abschluss meine intime Version von Chaplins Smile zum besten geben konnten. Irgendwas war noch mit der Gastro, aber ich habe es schon wieder vergessen..:-) V.A.
Beinahe hätte ich es vergessen: das Set begann nur mit rhythmischem Atmen der beiden Protagonistinnen! Das Set auch wieder genau 60 Min lang..:-) V.A. 

 

 

 

 

 

 

 

2nd Set:

Lia Pale - The Schumann Song Book

 

Und schon waren wir beim sechsten und letzten Set angelangt. Es war die offizielle Präsentation des Schumann Song Book’s mit dem slowakischen Geigenvirtuosen Stano Palúch, der mir übrigens von Roman Janoska empfohlen worden ist. Wir spielten sehr befreit und lebendig, die kleinen musikalischen Unstimmigkeiten fielen kaum ins Gewicht. Im ersten Grün spielten Hans & ich, wobei Hans im Herbstlied danach seinen großen Auftritt und ich leider zwei mal den selben Takt verpasst hatte. Aber die linke Hand bei diesem Stück hat es in sich! Bei Ich habe im Traum geweinet zeigte Ingrid, wie gut sie auch noch Tarabouka spielen kann und Stano legte ordentlich los in O Freund, mein Schirm, mein Schutz. Julia wie immer sicher und strahlend, von Anfang bis Schluss! Bei Ich kann’s nicht fassen dann noch ein bewegter virtuoser Dialog zwischen Flöte und Geige, und das Märzveilchen erzeugte zum Schluss noch beinahe Partystimmung, bravo Stano! Die Mondnacht, Lias und meine Lieblingszugabe, brachte dann alles wieder ganz runter und mir fielen ca. tausend Tonnen Nervosität und andere Lasten von den Schultern. Und jetzt bin ich tatsächlich 65 geworden, aber was soll’s.. Irgendwie hatte ich es ja geahnt..:-)
Abschliessende Danksagungen: 
An Julian Schönfeld, den ich seit 1979 vom Schallplattengeschäft red octopus her kenne, der den größten Merchandisingstand ever! im Porgy aufgestellt und so richtig gut verkauft hat. Dieser Dank geht natürlich auch an an ALLE Besucher und speziell an die CD - Käufer, vor allem an die eine sympathische Dame, die mit zehn Schumann Song Book’s den Rekord aufgestellt hatte! Insgesamt waren 800 Besucher da und haargenau jeder fünfte hatte ein CD gekauft!! Ein weiteres großes Lob geht an unseren Soundmenschen Thomas Egger, der sich als einziger bisher in 40 Jahren an den Dresscode der Musiker,
Anzug! gehalten hat! Rainer Floderer hat die gesamten Umbauten diskret, schnell und professionell gemacht. Und was man alles aus der Porgylichtanlage herausholen kann, führte Christoph Hofbauer vor!
Die tollen Fotos stammen von Bert Müller! Und last but not least: ein großes Kompliment an die gesamte Porgycrew und die "Chefetage" mit Gabriele Mazic & Christoph für den großen Einsatz!

 

 

 

 

 

 

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